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27.07.10 00:00 Alter: 42 days

Gefährlicher Arznei-Eigenimport

Der Kauf von Medikamenten während des Urlaubs im Ausland birgt ein hohes Gefährdungspotenzial.


(verpd) Hamburgs Apotheker warnen vor Arzneimittel-Shopping im Auslandsurlaub. Dort sind viele Medikamente zwar billiger. Der Einkauf ist jedoch nicht ungefährlich und die Einfuhr zum Teil verboten.

Die Sommerferien haben begonnen oder stehen unmittelbar bevor. Viele Auslandsurlauber decken sich am Urlaubsort mit Medikamenten ein, weil sie dort oft günstiger sind als in Deutschland. Der Re-Import birgt jedoch Gefahren und kann im Einzelfall auch illegal sein, warnen Hamburgs Apotheker.

Medikamente sind keine Souvenirs

„Arzneimittel eignen sich nicht als Souvenirs und schon gar nicht als Mitbringsel für Bekannte“, sagt Rainer Töbing, Präsident der Apothekerkammer Hamburg. So dürften Verbraucher Medikamente nur für den persönlichen Bedarf aus dem Ausland einführen. Auch ein Versand per Post ist nicht erlaubt.

Töbing weist darauf hin, dass der Import von Arzneimitteln aus nicht zur Europäischen Union gehörenden Ländern generell verboten ist. Ausnahme: Die Medikamente wurden unterwegs für akute Erkrankungen benötigt.

Vorsicht Fälschung

Doch es gibt nicht nur rechtlich Probleme, sondern auch Sicherheitsgründe. „In anderen Ländern sehen die Packungen in den meisten Fällen anders aus“, erklärt Dr. Jörn Graue, Vorsitzender des Hamburger Apothekervereins. So könnten Verbraucher besonders leicht Opfer von Fälschern werden.

Zudem seien die Sicherheitsstandards bei der Arzneimittelkontrolle nicht überall so streng wie in Deutschland. Deshalb rät Töbing insbesondere vom Arzneimittelkauf bei fliegenden Händlern ab. Ebenfalls sollte man gerade dann stutzig werden, wenn verschreibungspflichtige Arzneimittel ohne Rezept angeboten werden.

Reiseapotheke im Vorfeld zusammenstellen

Urlaubern rät Graue, bereits vor der Abreise die Reiseapotheke genau zu planen. Diese sollte neben Medikamenten, die man dauerhaft einnehmen muss, auch Mittel gegen Schmerzen, Fieber, Sonnenbrand, Durchfall und Insektenstiche sowie Verbandsmaterialien enthalten.

Werden im Urlaub akut Medikament benötigt, sollte sie in öffentlichen Apotheken gekauft werden. Dort kann man sich auch die Dosierung erklären lassen.


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